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Einleger Gemeindebrief April / Mai zur aktuellen (Coronavirus-) Situation

Liebe Menschen in unserer evangelischen Kirchengemeinde Aldenhoven,

die Situation ändert sich im Moment ständig. Darum sind ganz viele Informationen, die vor ein paar Tagen zum Redaktionsschluss noch hochaktuell in den Gemeindebrief aufgenommen wurden, längst wieder veraltet.
Alle guten Planungen wurden von der Dynamik der Entwicklung überholt.
Daher hat sich das Presbyterium entschlossen, dem Regiobogen ein aktuelleres Informationsblatt beizulegen – in der Hoffnung, dass es noch gilt, wenn Sie ihn in die Hand bekommen.

Die aktuelle Situation lässt sich leider nur zusammenfassen unter

 "Es darf wegen der hohen Bedrohungslage durch den neuen Virus bei uns fast nichts mehr stattfinden und vieles steht noch auf der Kippe."

 • Alle regulären Gottesdienste fallen aus! (Ja, leider auch das gesamte Ostergeschehen)

Auch Taufgottesdienste, Trauungen, und sogar Trauerfeiern dürfen nicht mehr wie üblich stattfinden. Beerdingungen sind nur noch in gesetzlichem Rahmen durchführbar.

• Der Konfirmandenunterricht entfällt, ebenso die geplanten Fahrten der Konfis ins Vennhaus.
Die Ferienspiele in den Osterferien mussten ebenfalls abgesagt werden.

• Alle Seniorenveranstaltungen müssen bis auf weiters ebenfalls ausfallen.

• Die Amtseinführung der neuen PresbyterInnen und der Einstieg der weiterhin tätigen PresbyterInnen in die neue Amtszeit findet ohne öffentlichen Gottesdienst statt. Die Landeskirche hat wegen der aktuellen Situation eine rein schriftliche Ablegung des Gelübdes angeordnet. Die Information der Gemeinde hierüber geschieht über Aushang und Veröffentlichung auf der Internetseite.

• Unsere Kindertagesstätte darf nur noch eine Notgruppe für die Kinder von Eltern anbieten, die beide in "systemwichtigen" Einrichtungen arbeiten müssen und keine eigene Betreuung gewährleisten können. Die MitarbeiterInnen der KiTa dürfen das Gebäude nur noch im Rahmen der Betreuung der Notgruppe betreten.

• Der "Aldenhovener Tisch" gibt zurzeit noch Lebensmittel aus, solange es rechtlich noch möglich ist und Ware vorhanden ist und unter Auflagen (z.B. Wartezone im Freien, Desinfektionsregeln). Unsere hoch engagierten Teams möchten weitermachen. Wir als Presbyterium versuchen, das zuzulassen solange es vertretbar ist. Aber auch das kann für die nähere Zukunft nicht mehr garantiert werden.

• Selbstverständlich finden auch sonst keine Veranstaltungen mehr bei uns statt – kein Chor, keine Konzerte, keine Jugendarbeit in Gruppen usw.

 

Bitte glauben Sie trotzdem nicht alle Gerüchte:

Noch gehen wir davon aus, dass die Mini-Freizeit in den Sommerferien und die Seniorenfreizeit im Sommer stattfinden können. Beides ist von uns nicht abgesagt worden.

Den Konfirmations-Termin im Mai müssen wir zum heutigen Zeitpunkt aufgrund der allgemeinen Lage leider verschieben. Dabei wird es auch bleiben, wenn sich die Lage bis zum Mai entspannen sollte, um allen eine bessere Planungssicherheit zu geben.
Wir möchten gerne alle Konfirmanden am 07.06.2020 konfirmieren und hoffen, dass dies dann unkompliziert möglich ist. Sollte der Termin für die Familien, die gerne im Mai konfirmiert hätten, schwierig sein, bitte wir um zeitnahe Rückmeldung.

Wir halten Sie über alle Entwicklungen auf dem Laufenden – fragen Sie lieber mal (telefonisch oder per Email) im Gemeindebüro nach, um Informationen aus erster Hand zu bekommen, bevor Sie einfach alles glauben, was in den "sozialen" Medien berichtet wird.

Wir wissen, dass es viele Menschen gibt, die aus den Gottesdiensten Kraft und Zuversicht schöpfen und bedauern sehr, dass sie ausfallen müssen. Wir möchten - soweit es möglich ist - die Lücke etwas schließen. Zum einen haben wir in dieser Beilage eine schriftliche Andacht für die Ostertage verfasst, die wir Ihnen ans Herz legen. Wir würden uns freuen, wenn sie Ihnen ein klein wenig über diese Zeit hinweghelfen könnte.

Wir planen außerdem, bestimmte Gottesdienste zumindest online zu ermöglichen. Wir prüfen im Moment die technischen Voraussetzungen. Falls es klappt, würden wir darüber online auf der Homepage informieren und einen entsprechenden Link dort veröffentlichen. Dort würden wir dann auch versuchen, eine Möglichkeit zur Kollekte für die Gemeindediakonie anzugeben. Denn wir wissen, dass es glücklicherweise viele Menschen gibt, die gerne auch finanziell helfen.

Wie Sie wohl wissen, ist Pfarrer Cervigne nach wie vor beurlaubt. Wie lange das noch dauert, wissen wir leider nicht. Wir wissen aber, dass er gerne weiter für alle Menschen da wäre, wie er es in den letzten 30 Jahren immer getan hat. Aber er darf es zurzeit einfach nicht.
Bitte respektieren Sie das!

Als Presbyterium haben wir sehr daran gearbeitet, soweit es eben geht, vieles in der Gemeinde eine Zeit lang auch ohne ihn anbieten zu können. In manchen Bereichen ist das schon ganz gut gelungen unter anderem durch den großen Einsatz unserer drei Predikant(Inn)en.
Leider müssen wir als Gemeinde jetzt durch das Coronavirus auch auf diese Notlösungen verzichten – zu unserem großen Bedauern.

Unsere Evangelische Kirchengemeinde Aldenhoven ist inzwischen 67 Jahre alt. Keiner von uns möchte, dass sie jetzt in Rente geht. Wir haben in dieser Zeit schon so manche Krise überstanden. Wenn wir alle zusammenhalten und füreinander da sind, werden wir auch diese Krise überstehen.

Geben Sie auf sich selbst und auf Ihre Familien acht. Aber verlieren Sie dabei bitte nicht die Menschen aus den Augen, die unter der jetzigen Situation am meisten leiden: Die einsamen Menschen, die altgewordenen Menschen, die durch den Wegfall der Schule und der Kinderbetreuung überforderten Eltern, die Ärzte und Krankenpfleger, die sehr belastet sind und oft am Limit arbeiten. Die Notdienste von Feuerwehr und Polizei und auch die Menschen, die im Einzelhandel, in den Kraftwerken und Wasserwerken die Versorgung aufrechterhalten müssen.

Gerade die alten Menschen, die jetzt nicht einmal mehr ihre Enkelkinder treffen dürfen, sich nicht mehr in Seniorenkreisen treffen dürfen, brauchen jetzt Zuwendung. Ein Anruf, ein Brief, ein paar freundliche Worte über den Gartenzaun – manchmal sind es Kleinigkeiten, die helfen können, gegen die Einsamkeit anzukämpfen.

Nicht alles muss schlecht sein an dieser Zeit – wenn mal ein paar Wochen der gewohnte Arbeits- und Freizeitstress wegfällt, wenn Familien sich eine Zeit lang hauptsächlich auf sich selbst zurück-geworfen sehen und zur Ruhe kommen, kann so mancher auch für sich selbst sortieren, was wirklich wichtig ist im Leben. Vielleicht erkennen wir den hohen Wert, den unsere gewöhnliche so große Freiheit hat, gerade in einer Situation, in der sie durch höhere Gewalt eingeschränkt werden muss.
Und auch darüber, wie wertvoll uns unser Gott und unsere christliche Gemeinschaft sind, wird sich mancher in dieser schwierigen Situation Gedanken machen. Die Kirchentür mag geschlossen sein, aber Gottes Liebe bleibt weit geöffnet.

In diesem Sinne wünscht Ihnen das Presbyterium eine gute und gesegnete Osterzeit.