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Kreissynode außerord. Tagung 16.6.2018

Wenn du Frieden willst, bereite ihn vor

Außerordentliche Tagung der Kreissynode am 16. Juni in Düren

 

Clemens Ronnefeldt

Clemens Ronnefeldt

Eröffnungsgottesdienst, Synodaltagung und Abendandacht standen unter einem Thema, das weltweit lange nicht mehr so akut war.

Globale Eskalation oder Rückkehr zur Vernunft

Referent Clemens Ronnefeldt stellte die aktuellen Konfliktherde vor, deren Ursachen jeweils nicht nur einer Seite zuzurechnen seien. "Wäre die Welt eine Bank, ihr hättet sie längst gerettet", mit diesem Zitat leitete er Überlegungen ein, wie die Probleme auf unserem Erdball zu lösen wären:

„Die Lobbyisten der Automobil- und Rüstungsindustrie haben inzwischen die Politik so im Würgegriff, dass es ein breites Bündnis zivilgesellschaftlicher Gruppen aus Kirchen und Gewerkschaften bräuchte, diesen Strukturen, die eine gerechtere, friedvollere und umweltfreundlichere Politik verhinderten, etwas entgegen zu setzen.“ Aber auch beim persönlichen Lebensstil setzte er an: Er empfahl „weitestgehenden Verzicht auf Flüge und Mobilität mit Verbrennungsmotoren sowie hohen Fleischkonsum. Statt dessen forderte er den Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs, die Streichung innerdeutscher und grenznaher Flüge, Bioregionalismus, Bürgerenergiegenossenschaften und Mehrgenerationen-häuser. Er empfahl als neue Ausrichtung Gemeinwohl-Ökonomie und die Befreiung vom Überfluss“.

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Selbstverpflichtung „Kirche des gerechten Friedens werden“

Einmütig beschloss die Synode eine Selbstverpflichtung, in der es u.a. heißt:

„Der Kirchenkreis Jülich begibt sich auf den Weg, „Kirche des gerechten Friedens“ zu werden. Die Kreissynode erwartet von allen Gemeinden, Einrichtungen und Dienststellen, sich neu mit der Friedensbotschaft des Evangeliums auseinanderzusetzen:

  • Welche Schritte für den Frieden sind nötig? Wo tragen wir mit unserer Lebensweise zu Unfrieden und Ungerechtigkeit bei? Wie können wir selbst den Frieden voran bringen?
  • Wir wollen unsere Hoffnung auf eine Welt des Friedens deutlicher und konkreter zur Sprache bringen und tun, was dem Frieden dient.“

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Taufe von Asylsuchenden, Pfarrstelle für Seelsorge, Wahlen

Die Synodalen forderten Landessynode und Kirchenleitung auf, sich beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge dafür einzusetzen, dass bei der Anhörung von Flüchtlingen außer der Feststellung der Religionszugehörig-keit keine Gewissenprüfung erfolgt.

Die bisherigen Koordinatoren für die Notfallseelsorge in den Kreisen Düren und Heinsberg treten in den Ruhestand. Auf diesem Hintergrund beschlossen die Synodalen die Wiedererrichtung der 2. kreiskirchlichen Pfarrstelle für die Koordination der Notfallseelsorge und die Aus-, Fort- und Weiterbildung von Ehrenamtlichen in der Notfallseelsorge und Seelsorge in Gemeinden und Krankenhaus.

Nach dem Ausscheiden eines Mitgliedes des Kreissynodalvorstandes standen Neuwahlen für dieses Gremium an. Presbyter Rudi Grübl aus Geilenkirchen wurde als stimmberechtigtes KSV-Mitglied gewählt, Presbyter Gerd Schindler aus Übach-Palenberg als KSV-Mitglied mit beratender Stimme. Beide wurden in einer Abendandacht, mit der die Synodaltagung endete, in ihr Amt eingeführt.

Zwei langjährige Synodale wurden verabschiedet: Presbyter Alfred Schaaff aus Randerath und Schulpfarrerin Cordula Trauner aus Erkelenz.

            © Text und Fotos: Johannes de Kleine, Kirchenkreis Jülich

Einen ausführlichen Bericht von der Synodaltagung finden Sie unter

https://www.kkrjuelich.de/index.php?id=9 .